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Adipositas neu definiert? Was Experten empfehlen

Body-Mass-Index(BMI)-basierte Messmethoden unterscheiden nicht zwischen Fett- und Magermasse und sind so für die Erfassung des individuellen Gesundheitszustandes unzureichend. Aus diesem Grund schlossen sich Experten verschiedener medizinischer Fachrichtungen zu der Commission on Clinical Obesity zusammen, um klinische Adipositas als Krankheitsstatus zu definieren und geeignete Diagnosekriterien zusammenzutragen. Mithilfe ihrer evidenzbasierten Empfehlungen möchte die Kommission den Weg zu einer adäquaten Therapie ebnen. Die Experten definierten klinische Adipositas (KA) als eine chronische Erkrankung aufgrund veränderter Gewebe- oder Organfunktionen durch übermäßige Fettleibigkeit. KA kann zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen. Eine Diagnose sollte neben dem BMI anhand von mindestens einem anthropometrischen (z. B. direkte Fettmessung,
Taille-Hüft-Quotient) und einem klinischen Kriterium (gestörte Organfunktion, Bewegungseinschränkung
im Alltag) erfolgen. Patienten benötigen eine zeitnahe Therapie. Präklinische Adipositas (PA) zeichnet sich durch übermäßige Fettleibigkeit ohne Anzeichen für gestörte Organfunktionen aus. Patienten haben ein erhöhtes Risiko für klinische Adipositas und kohärente Erkrankungen, weshalb ein entsprechendes Screening wichtig ist.

Literatur

Rubino F et al. Definition and
diagnostic criteria of clinical obesity.
Lancet Diabetes Endocrinol 2025,
doi: 10.1016/S2213-8587(24)00316-4

Lara Hahn

Lara Hahn hat in Würzburg Pharmazie studiert und nach Erhalt ihrer Approbation ein Jahr in einer öffentlichen Apotheke gearbeitet. Seit Mitte 2024 arbeitet sie als Volontärin in der Redaktion der medizinisch-pharmazeutischen Zeitschriftentitel.